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PIDP (plan intégré de développement pluricommunal)

Wie viel Wachstum kann der Südwesten der Agglomeration der Stadt Luxemburg vertragen? Was lässt sich in den kommenden zehn Jahren an Siedlungsbebauung realisieren? Was erst in zwanzig Jahren oder darüber hinaus? Und was bedeutet das für die Verkehrsentwicklung und für das Straßennetz? Diese Fragen stellten sich die Vertreterinnen und Vertreter der in die Konvention eingebundenen 5 Kommunen und der beteiligten Ministerien zu Beginn des gemeinsamen Planungsprozesses.

Mehr Einwohner und Arbeitsplätze sind sehr wünschenswert, aber sie werden zu einer größeren Zunahme des Verkehrs führen und schließlich in einem Verkehrsinfarkt enden. Deshalb beauftragten die Gemeinden zusammen mit dem Landesplanungsministerium verschiedene Planungsbüros, diesen Fragen mit Hilfe eines Verkehrsszenarios nachzugehen.

Die Verkehrsberechnungen basieren auf den vorhandenen Daten zu Einwohnerzahlen und Arbeitsplätzen von 2007. Bei einer theoretischen maximalen Ausnutzung aller Flächenpotenziale der fünf Kommunen, so die Berechnungen, die im März 2007 schließlich vorlagen, könnte es bis 2030 zu mehr als einer Verdoppelung in den Bevölkerungszahlen und Arbeitsplätzen kommen, was folglich zu einer dramatischen Zunahme der Verkehrszahlen führen würde.

Konkret:
Nach den Berechnungen des Planungsbüros würde die Gemeinde Strassen ihre Einwohnerzahlen von 6.700 (2007) auf 22.300 (2030) mehr als verdoppeln und ihre Arbeitsplätze von 5.600 auf 18.000 erhöhen. Bertrange würde von derzeit 6.100 auf 17.800 Einwohnern und von 8.400 auf 19.800 Arbeitsplätzen kommen. Leudelange erhöhte seine Einwohner bis 2030 um 8.800 auf 10.800 und seine Arbeitsplätze um 13.600 auf 17.100. Hesperange käme auf 27.300 Einwohner (2007: 12.000) und auf 22.500 Arbeitsplätze (2007: 6.600), während die Stadt Luxemburg, wenn man ausschließlich den Süd-Westen betrachtet, bei seinen Einwohnern um 33.400 auf 45.900 und bei seinen Arbeitsplätzen um 37.600 auf 62.500 zulegte.

Für das Konventionsgebiet, auch DICI-Raum genannt, bedeuteten diese Zahlen ein Wachsen der Bevölkerung von 39.300 auf insgesamt 124.100 und ein Mehr an Arbeitsplätzen von 49.000 auf 139.900 bis 2030 und darüber hinaus.

Es sei hier noch einmal hingewiesen dass es sich bei den oben angegebenen Potenzialen für 2030 um theoretische Maxima handelt, welche rein theoretisch bei einer maximalen Ausreizung bis 2030 der heute gültigen PAG actualisés (aktualisierte Bebauungspläne) der 5 Gemeinden (d.h. komplette Bebauung des gesamten Bauperimeters sowie Berücksichtigung einzelner bekannter Grossprojekte wie z.B. Porte de Hollerich oder Ban de Gasperich), sowie bei Realisierung bis 2030 von heute geplanten Grossprojekten eintreten würden, jedoch keinesfalls um politisch gewollte Entwicklungsziele!

Die maximale Ausnutzung aller Flächenpotenziale der Kommunen im Süd-Westen der Agglomeration der Stadt Luxemburg hätte somit gewaltige Folgen für den Verkehr: Er stiege um 60% im Bereich der Stadt Luxemburg und um 139% im Bereich der DICI Gemeinden (interner Verkehr + Austauschverkehr, alle Verkehrsmittel übergreifend) d.h. 1,04 Millionen tägliche Fahrten ab oder mit Ziel Stadt Luxemburg im Jahr 2030, und 470.000 tägliche Fahrten ab oder mit Ziel DICI-Gemeinden. Wo also heute 20 Autos zur selben Zeit unterwegs sind, wären es in 22 Jahren rund 34 Autos, die vor Ampeln auf Grün warteten und sich in Straßen und auf Parkplätzen drängten! Um diese Zunahme zu bewältigen, müssten sich die Kapazitäten der Autobahnen und des Straßennetzes fast verdoppeln!

"Das können wir nicht schaffen", war der einhellige Kommentar der Bürgermeister und des Innen- und Landesplanungsministers zu den Zahlen. Sie schlugen deshalb vor, umweltfreundliche Verkehrsmittel und den Öffentlichen Transport (ÖPNV) als eine wichtige Alternative gegenüber dem motorisierten Individualverkehr auszubauen, sowie die Siedlungsentwicklung besser zu koordinieren.

Um dies zu bewerkstelligen muss allerdings ein Mehr an Bus- und schienengebundenen ÖPNV-Linien, eine Erhöhung ihrer Taktzeiten und ein Ausbau entsprechender Strecken angestrebt werden, um die Autofahrerinnen und Autofahrer zu einem Umstieg auf den Öffentlichen Transport zu bewegen. Hinzu kommt ein koordiniertes Parkraummanagement.

All diese Überlegungen, einschliesslich der Planungsvorgaben der Landesplanung finden Einfluss in das so genannte PIDP (plan intégré de développement pluricommunal).


Résumé PIDP

  • Arbeitsschritte
    Fertigstellung eines Zwischenberichtes der ersten Arbeitsphase
    Entwicklung eines räumlichen Leitbildes für den DICI- Raum inklusive einer konkreteren Darstellung der "Stadtbegabungen" des DICI-Raumes
    Finalisierung des PIDP als Koordinations- und Kommunikationsinstrument
  • beteiligte Akteure
    Gemeinden, Comité technique/ politique, externe Experten
  • Zeithorizont
    Phase 1 : Juli 2010 / Phase 2 : Ende 2010 - Anfang 2011
  • Nächste Schritte
    Definition der Planungsmethodik und der Etappen des Planungsprozesses